Kletterkodex

Liebe Kletterin, lieber Kletterer,

Willkommen im Jura!

Die Felsen und Flühe des Juras sind kleine Juwelen noch intakter Natur, Inseln von «Wilderness» in unserer zivilisierten Naturlandschaft, vom Menschen bisher noch ungestört, nur den Gesetzen der Evolution gehorchend.

Eine spektakuläre und zum Teil sehr seltene Flora hat sich in den Schuttfluren, in den Wänden, Nischen, Ritzen und auf den Fluhköpfen entwickeln können. Tundrapflanzen, die seit der letzten Eiszeit nur an den Flühen vom vorrückenden Wald nicht verdrängt wurden.

«Unsere» Felsen sind auch Lebensraum seltener Lebewesen wie Wanderfalken, Kolkraben, Uhus, Eidechsen, Schlangen und der immer seltener werdenden Fledermäuse. Alle sind hochspezialisierte Lebewesen, die nicht ausweichen können, wenn wir sie von ihren Plätzen verscheuchen.

Wir Kletterer sind Konkurrenten dieser einzigartigen Mitgeschöpfe. Klettern und Naturschutz müssen sich aber nicht ausschliessen. Deshalb haben sich die Kletterkreise der Region zur IG KLETTERN BASLER JURA zusammengeschlossen und den BASLER KLETTERKODEX geschaffen.

Wir bitten alle Besucher der Felsen, sich an diese Verhaltensregeln zu halten, für ein Gleichgewicht zwischen Klettern und Naturschutz und nicht zuletzt auch zum Schutze unseres ganzheitlichen, faszinierenden Klettersportes.

IG Klettern Basler Jura

Kletterkodex

Ich benütze, wenn immer möglich, öffentliche Verkehrsmittel oder das Velo und halte mich an Fahrverbote. Dies schützt unsere Umwelt.
Ich benütze die bestehenden Zu- und Abstiegswege. Dies verhindert Erosion und ermöglicht eine reichhaltige Flora.
Ich halte mich konsequent an Kletterverbote und saisonale Felssperrungen. Brütende Vögel zum Beispiel sind extrem störanfällig.
Ich schone bewusst Pflanzen und Tiere. Viele Felsen sind letzte Wildniszonen für Flora und Fauna.
Ich benütze die Umlenkstellen und steige nicht über die Fluhköpfe aus. Die Felskopf-Flora ist besonders empfindlich und selten.
Routen saniere ich zurückhaltend und im Charakter der Erstbegehung. Wenn möglich in Absprache mit Erstbegehern und der regionalen Sanierungsstelle.
Ich mache keinen unnötigen Lärm. Radiomusik und lautes Rufen stört Tiere und Kletterkolleginnen. Ich beklaue nicht meine Kolleglnnen und andere KletterInnen. Auch belassene Karabiner und Seile lasse ich hängen.
Bei meinen Neuerschliessungen hat auch die Natur eine Stimme. Ich überlege mir zweimal, ob es sich lohnt, wenn ich «putzen» muss.
Ich mache Feuer nur bei eingerichteten Feuerstellen und zelte schonend. Jede neue Feuerstelle zerstört den Boden für Jahre.
Ich lasse keinen Abfall zurück und nehme keine Souvenirs mit. Die Natur ist kein Mülleimer.